Das kaufmännische Bestätigungsschreiben. Ein Tool für Praktiker!

 

Vertragsverhandlungen werden im Wirtschafts- und Handelsverkehrs häufig mündlich geführt. Kommt man dabei zu einer Vereinbarung, kann das kaufmännische Bestätigungsschreiben Unsicherheiten über den Inhalt des geschlossenen Vertrages beseitigen und somit die Sicherheit eines schriftlichen Vertrages herstellen. Das geht wie folgt:

In dem kaufmännischen Bestätigungsschreiben gibt der Unternehmer den Inhalt des zuvor geschlossen Vertrages aus seiner Sicht wieder. Änderungen oder Ergänzungen sind nur zulässig, wenn der Absender nach Treu und Glauben davon ausgehen darf, dass der Empfänger sie akzeptiert. Der Empfänger, der das Bestätigungsschreiben dann widerspruchslos hinnimmt, muss dessen Inhalt (also auch die Änderungen oder Ergänzungen gegenüber dem mündlich Vereinbarten) als richtig und zwischen den Parteien vereinbart gegen sich gelten lassen. Schweigen auf das Bestätigungsschreiben gilt also als Zustimmung. Formerfordernisse bestehen nicht, das Bestätigungsschreiben kann also auch per E-Mail versandt werden. Voraussetzung ist, dass konkrete Verhandlungen vorausgegangen sind und das kaufmännische Bestätigungsschreiben diesen Verhandlungen zeitlich unmittelbar folgt (höchstens 3 Tage) und dem Vertragspartner zugeht.

Das kaufmännische Bestätigungsschreiben stellt damit ein probates Mittel im Rechtsverkehr zwischen Kaufleuten dar, um ohne aktive Mitwirkung des Vertragspartners getroffene Vereinbarungen, Vertragsschlüsse, Vertragsänderungen und Ergänzungen gerichtsfest nachweisen zu können.